Schach · Regel-Ratgeber
Schachregeln: So wird Schach gespielt
Alle Regeln an einem Ort: wie die sechs Figuren ziehen, Rochade, En passant und Umwandlung, Schach und Matt, die fünf Wege zum Remis und wie man die Notation liest.
Kurz gesagt
- Das Brett liegt richtig, wenn rechts unten ein helles Feld ist; die Dame steht auf ihrer eigenen Farbe.
- Der König zieht ein Feld, die Dame beliebig weit in jede Richtung, der Springer im L über alles hinweg.
- Bauern ziehen geradeaus, schlagen aber diagonal — als einzige Figur.
- Rochade, En passant und Umwandlung sind die drei Sonderzüge.
- Schachmatt gewinnt; Patt — kein legaler Zug, ohne im Schach zu stehen — ist ein Remis.
Brett, Figuren und Ziel des Spiels
Schach wird auf einem 8×8-Brett mit je sechzehn Figuren gespielt. Das Ziel ist nicht, die gegnerische Armee zu schlagen, sondern den gegnerischen König so einzuschließen, dass er dem Geschlagenwerden nicht mehr entgehen kann. Das ist Schachmatt, und es beendet die Partie sofort.
- Ausrichtung: Rechts unten liegt für beide Spieler ein helles Feld.
- Die Dame auf ihre Farbe: Die weiße Dame beginnt auf einem hellen, die schwarze auf einem dunklen Feld.
- Weiß beginnt, danach wird abgewechselt. Ziehen ist Pflicht — Passen gibt es nicht.
Wie die Figuren ziehen
Fünf der sechs Figuren ziehen gleich, ob sie schlagen oder nicht. Der Bauer ist die Ausnahme, und fast jeder Anfängerfehler hat mit ihm zu tun.
| Figur | Wert | Zugweise |
|---|---|---|
| ♔ König | — | Ein Feld in jede Richtung. Nie auf ein angegriffenes Feld. |
| ♕ Dame | 9 | Beliebig weit gerade oder diagonal. |
| ♖ Turm | 5 | Beliebig weit auf Reihen und Linien. |
| ♗ Läufer | 3 | Beliebig weit diagonal — er verlässt seine Feldfarbe nie. |
| ♘ Springer | 3 | Zwei Felder in die eine, eines in die andere Richtung, über alles hinweg. |
| ♙ Bauer | 1 | Ein Feld vor (zwei vom Ausgangsfeld), schlägt ein Feld diagonal vorwärts. |
Der Bauer im Detail
- Er zieht ein Feld geradeaus, vom Ausgangsfeld auch zwei.
- Er schlägt ein Feld diagonal vorwärts — niemals geradeaus.
- Er kann nie zurück. Jeder Bauernzug ist endgültig, und deshalb verdient er mehr Bedenkzeit als ein Figurenzug.
Die drei Sonderzüge
Die Rochade
Einmal pro Partie darf der König zwei Felder auf einen Turm zu ziehen, und dieser Turm springt auf die andere Seite des Königs. Es ist der einzige Zug, bei dem zwei Figuren gleichzeitig ziehen, und er erledigt zwei Dinge: Der König kommt in Sicherheit und der Turm ins Spiel.
Die Rochade ist nur erlaubt, wenn alle fünf Bedingungen erfüllt sind:
- Weder König noch dieser Turm haben schon gezogen.
- Die Felder dazwischen sind frei.
- Der König steht nicht im Schach.
- Der König überquert kein angegriffenes Feld.
- Der König landet nicht auf einem angegriffenen Feld.
En passant
Zieht ein Bauer zwei Felder vor und kommt neben einem gegnerischen Bauern zu stehen, darf dieser ihn schlagen, als wäre er nur ein Feld gezogen — aber nur im unmittelbar folgenden Zug. Wer die Gelegenheit verstreichen lässt, verliert sie.
Die Umwandlung
Ein Bauer, der die letzte Reihe erreicht, wird sofort durch eine Dame, einen Turm, einen Läufer oder einen Springer der eigenen Farbe ersetzt — nach Wahl, unabhängig davon, was bereits geschlagen wurde. Man kann zwei Damen haben, oder neun. Fast immer nimmt man die Dame; die seltene Unterverwandlung in einen Springer gibt es, weil der Springer Felder erreicht, die der Dame verschlossen bleiben.
Schach, Schachmatt und Patt
Schach heißt, dass der König angegriffen ist. Man muss auf eine von drei Arten reagieren: den König ziehen, den Angreifer schlagen oder eine Figur dazwischenstellen. Ist nichts davon möglich, ist es Schachmatt und die Partie vorbei.
Das Patt ruiniert mehr gewonnene Stellungen als jede andere Regel: Steht der Spieler am Zug nicht im Schach, hat aber keinen legalen Zug, endet die Partie remis. Man kann mit Dame und Turm mehr auf dem Brett noch den ganzen Punkt verschenken, indem man dem Gegner schlicht alle Felder nimmt.
Alle Wege zum Remis
- Patt — kein legaler Zug, ohne im Schach zu stehen.
- Einigung beider Spieler.
- Dreifache Stellungswiederholung mit demselben Spieler am Zug und denselben Rechten.
- 50-Züge-Regel — fünfzig Züge beider Seiten ohne Schlagzug und ohne Bauernzug.
- Ungenügendes Material, etwa König gegen König oder König und Läufer gegen König.
Die Notation lesen und schreiben
Die algebraische Notation ist die Weltsprache des Schachs, und sie ist in zehn Minuten gelernt.
- Die Linien heißen a bis h von Weiß aus links, die Reihen 1 bis 8 von Weiß aus. Jedes Feld hat einen eindeutigen Namen: e4, g7, a1.
- Ein Zug besteht aus Figurenbuchstabe und Zielfeld:
Sf3,Lb5,Dd8. Bauern haben keinen Buchstaben:e4. - Schlagzüge bekommen ein
x:Sxe5; beim Bauernschlag steht die Ausgangslinie davor:exd5. +ist Schach,#ist Matt,O-OundO-O-Osind die Rochaden,=Ddie Umwandlung.- Können zwei gleiche Figuren dasselbe Feld erreichen, kommt die Linie oder Reihe der ziehenden
Figur dazu:
Sbd2,T1e2.
Im Deutschen sind die Buchstaben K (König), D (Dame), T (Turm), L (Läufer) und S (Springer); in
internationalen Büchern K, Q, R, B und N. Die berühmteste Eröffnung — 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6
3.Lb5 — ist damit die Spanische Partie oder Ruy López.
Uhren, berührt–geführt und Turnierregeln
Zu Hause braucht man davon nichts. Trotzdem lohnt es sich, es zu kennen, denn Onlineschach benutzt dieselben Konventionen.
- Bedenkzeiten. Klassisch gibt jeder Seite eine Stunde oder mehr; Schnellschach 10 bis 60 Minuten; Blitz 3 bis 5; Bullet ein bis zwei. Ein Inkrement schlägt pro Zug ein paar Sekunden auf, damit man nicht allein an der Zeit scheitert.
- Zeitüberschreitung verliert — außer der Gegner hat kein Material mehr zum Mattsetzen, dann ist es remis.
- Berührt, geführt. Wer eine eigene Figur berührt, muss sie ziehen, sofern sie einen legalen Zug hat; wer eine gegnerische berührt, muss sie schlagen, falls das legal ist. Zum Zurechtrücken sagt man vorher j’adoube („ich rücke zurecht“).
- Elo-Zahl. Das Wertungssystem übersetzt Ergebnisse in eine Zahl: rund 800 für einen neuen Vereinsspieler, 1500 für einen ordentlichen, 2500 für einen Großmeister.
Häufige Fragen
Welche Farbe hat das Feld rechts unten?
Eine helle. „Weiß rechts unten“ — dann steht die weiße Dame automatisch auf einem hellen und die schwarze auf einem dunklen Feld.
Kann ein Bauer geradeaus schlagen?
Nein. Bauern ziehen geradeaus und schlagen ein Feld diagonal vorwärts. Ein Bauer, dem eine beliebige Figur direkt im Weg steht, kann gar nicht ziehen.
Was ist En passant?
Zieht ein Bauer zwei Felder vor und landet neben einem gegnerischen Bauern, darf dieser ihn schlagen, als wäre er nur ein Feld gezogen — aber nur im unmittelbar folgenden Zug.
Wann darf man rochieren?
Wenn weder König noch der betreffende Turm gezogen haben, die Felder dazwischen frei sind, der König nicht im Schach steht und weder über ein angegriffenes Feld zieht noch auf einem landet.
Ist Patt ein Sieg?
Nein, ein Remis — und die häufigste Art, eine gewonnene Partie zu verschenken. Hat der Gegner keinen legalen Zug und steht nicht im Schach, wird geteilt.
Kann man zwei Damen haben?
Ja. Jeder Bauer, der die letzte Reihe erreicht, wird umgewandelt, und man darf jedes Mal die Dame wählen — unabhängig davon, was bereits geschlagen wurde.
Was ist die 50-Züge-Regel?
Vergehen fünfzig Züge beider Seiten ohne Schlagzug und ohne Bauernzug, kann jede Seite Remis reklamieren. Die Regel verhindert endloses Hin und Her im Endspiel.
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